Es gibt Kauf- Interessenten, die am Telefon zuerst nach dem Preis des Tieres fragen. Meistens nennen sie kaum ihren Namen, geschweige denn, dass sie sich erkundigen, ob überhaupt noch ein Tier zu haben ist und ob sie eins bekommen würden. In die gleiche Kategorie fallen alle, die ohne oder mit neutraler Überschrift ein „Rundschreiben“ per Email an sämtliche im Internet auffindbare Züchter senden, um den günstigsten zu finden. Das erinnert den Züchter an den lieblosen Kauf eines Gebrauchsgegenstandes. Unweigerlich lässt das schlechte Gefühle in ihm hochkommen. Wahrscheinlich fragen diese Leute dann auch zuerst nach dem Preis, wenn es um tierärztliche Behandlungen oder andere Haltungskosten geht, die das Tier in Zukunft verursachen wird und sparen vielleicht wichtige Dinge einfach ein.
Ganz davon abgesehen, dass die Preislistenjäger "Äpfel mit Birnen" vergleichen. Sie verschwenden keinen einzigen Gedanken daran, warum denn nun wirklich so erhebliche Preisunterschiede bei den verschiedenen Züchtern bestehen. Ihnen kommen sicher die Argumente des nächsten Schnäppchenanbieters gerade recht. Egal, was man da kauft, Hauptsache billig. Ich möchte damit keine Wucherpreise schön reden, aber Tiere aus guter Aufzucht müssen ihren Preis haben, anders ist eine Hobbyzucht nicht zu betreiben.
Um keine Missverständnisse aufkommen zulassen: Die Frage nach dem Preis ist in Ordnung und wird von jedem Züchter auch erwartet. Die Art und Weise ist entscheidend. Oder glaubt ein solcher Interessent tatsächlich, dass ein sorgsamer Züchter diesem ziemlich lieblosen Zeitgenossen gern seinen Nachwuchs überlässt?
Die meisten Züchter einer Rasse pegeln sich in einer Preislage ein, die nur geringfügig nach oben und unten schwankt und dann den Aufwendungen angemessen ist. Wer deutlich nach oben abweicht, sollte Ihnen einen plausiblen Grund nennen können. Fragen Sie einfach nach. Vielleicht war es eine teure Auslandsverpaarung oder andere Gründe sprechen dafür. Fragen Sie aber auch, warum jemand deutlich nach unten abweicht. Wohlgemerkt, ich rede hier nicht über +/- 100,- Euro, sondern über wesentlich größere Differenzen.
Billigpreise sind nur mit „Sparaufzucht“ möglich. Wenn die Grundversorgung mangelhaft ist, wird ihr Neuerwerb evt. an den Folgen leiden und Ihnen am Ende mehr Kosten verursachen, als ein Tier aus guter Zucht in der Anschaffung gekostet hätte.
Auch Interessenten, die kurz entschlossen ein Tier kaufen möchten, völlig gleich woher, Hauptsache sofort oder zu Weihnachten, Ostern etc., outen sich als unüberlegte und oberflächliche Zeitgenossen. Tiere richten sich nur nach einem Plan: Dem Plan der Natur. Sie folgen nicht Ihrem Terminkalender. Wenn Sie nach Ihrem Entschluss, sich ein Tier zuzulegen, keine 8 Wochen Geduld haben, bei einem guten Züchter zu warten, sollten Sie besser ganz auf ein Tier verzichten.
Die Aufzählung ließe sich jetzt über ungeeignete Haltungsbedingungen, mangelnde Zeit und anderes fortsetzen.
Fazit: Wichtig ist, dass Sie dem Züchter gegenüber echtes Interesse an seiner Rasse und seinen Tieren offenbaren und ehrlich Ihre Haltungsbedingungen schildern. Die übrigen Fragen klären sich dann von allein in der richtigen Reihenfolge. Haben Sie Verständnis für seine Fragen, denn er vertraut Ihnen vielleicht ein kleines Lebewesen an, das diese Fürsorge verdient.
Oberstes Gebot für den Welpenkauf ist genug Zeit zu haben, nicht nur jetzt sondern auch in 10 Jahren.
Nehmen Sie sich Zeit schauen Sie evtl.bei mehreren Züchtern vorbei und sehen Sie sich die Hundehaltung an. Achten Sie darauf, ob Sie es mit einem Züchter oder einem Verkäufer zu tun haben. Ob mehrere Rassen angeboten werden? Will der Züchter Sie beraten oder möglichst schnell einen Hund verkaufen.
Außerdem sagt Ihnen ein guter Züchter nicht das, was Sie hören
wollen, sondern berät Sie auf Grund seiner Kompetenz und Erfahrung, auch
wenn er damit von Ihrer Meinung abweicht. Werten Sie gerade das als positives
Zeichen!
Auch Züchter die Ihnen die Welpen von irgendwoher bringen oder nur zeigen
sollten Sie meiden. Hunde gehören meiner Meinung ins Haus, auch wenn
man das (vielleicht an der Tapete oder an den Möbeln) sieht. Ein gepflegtes
Haus ohne Hundespuren zeigt, die Welpen wachsen mit Sicherheit woanders auf.
Lassen Sie sich die Mutterhündin und auch wie die Welpen aufwachsen,
unbedingt zeigen. Und wenn Sie irgendwo noch Hunde bellen hören bitten
Sie auch diese sehen zu dürfen.
Wer das nicht erlaubt, hat sicher etwas zu verbergen. Vor allem sollten sich
die Hunde nicht irgendwo abseits der Menschen befinden. Weder im Zwinger noch
im Keller.
Welpen sollten in Haus und Garten aufwachsen mit vielen verschiedenen Eindrücken,
wie z.B. Abenteuerspielplatz.
Welpen ab der 6. Woche müssen Kontakte zu Fremden, Kindern und der Natur
haben. Nicht nur im Sommer sondern auch an Wintertagen. Das stärkt das
Immunsystem und macht Appetit.
Kauf ohne Papiere: Hohes Risiko wegen eventueller Inzestzucht, Da werden oft
Geschwister oder Mutter und Vater verpaart. Es werden auch Rüden mit
nur einem Hoden zur Zucht eingesetzt. Auch das es eben passiert ist, ist unglaubwürdig.
Auch werden Hündinnen meist als Gebärmaschinen ausgenutzt, das heißt
bei jeder Läufigkeit oder oft schon bei der ersten Läufigkeit gedeckt.
Scheut man die Kontrolle eines Vereines? Oder hat man nicht dem Standard entsprechende
Elterntiere? Oder warum sonst? Fragen Sie warum man ohne Papiere züchtet?
Züchter die Welpen mit und ohne Papiere anbieten sind absolut unseriös.
Vorsicht vor Aussagen wie: das ist der letzte Welpe (Rüde oder Hündin)
der noch frei ist, da müssen Sie sich schnell entschließen, da
gibt es noch andere Kaufinteressenten. Sie sollten lieber eine Nacht darüber
schlafen.
Auch die Gesundheitsuntersuchungen wie Patellauntersuchung und die Ausstellungsergebnisse
der Elterntiere lassen sich bitte schriftlich zeigen, sagen kann man viel.
Prüfen Sie den Züchter ganz genau!